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Einwand im FIFA Clearing House: Spielerpass und Zahlungszuordnung

Fehler im elektronischen Spielerpass oder in der Zahlungszuordnung des FIFA Clearing House? So werden Vereinsdaten belegt und Einwände im Verfahren eingeordnet.

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11. September 2026 · Mag. Bernhard Brandauer, Rechtsanwalt

Ein Fehler im elektronischen Spielerpass (EPP) kann die spätere Zahlungszuordnung im FIFA Clearing House verändern. Vereine müssen deshalb innerhalb der vorgesehenen EPP-Prüfung konkrete Registrierungsdaten berichtigen lassen und die passenden Belege im TMS vorlegen.

Der Einwand richtet sich zunächst gegen eine Information oder Zuordnung im Verfahren. Eine Zahlungspflicht, ein Allocation Statement und ein Rechtsmittel gegen eine finale Entscheidung sind davon getrennt zu prüfen.

Die FIFA Clearing House Regulations in der Jänner-2026-Fassung unterscheiden zwischen dem vorläufigen EPP, dem EPP review process, der FIFA determination und der anschließenden Zahlungsabwicklung. Dieser Beitrag erklärt die Schritte für Vereine, Verbände und Spieler, deren Registrierungsbiografie für die Einordnung benötigt wird.

Kurze Einordnung

Welche Frage stellt sich im Clearing-House-Verfahren?

Wählen Sie die Ausgangslage, die Ihrem Fall am nächsten kommt. Die Einordnung zeigt, welche Information und welche Unterlagen zuerst geordnet werden sollten.

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01

Bei einem vorläufigen EPP sollte die fehlende oder unrichtige Registrierungsinformation rasch in die Prüfung gebracht werden.

Ordnen Sie die Vereinsstationen ab dem zwölften Geburtstag, klären Sie den zuständigen Mitgliedsverband und halten Sie die Abweichung im TMS-Verfahren konkret fest. Die Anfrage muss erkennen lassen, welcher Verein und welcher Zeitraum betroffen sind.

02

Im EPP review process müssen Änderungswünsche mit Verbands- und Vereinsunterlagen belegt werden.

Stellen Sie die behauptete Vereinszugehörigkeit, den International Transfer Certificate, falls relevant und den einschlägigen Vertrag zusammen. Prüfen Sie außerdem, ob ein Verzicht oder ein Vertragsangebot die Berechtigung zur Training Reward beeinflusst.

03

Bei einem finalen EPP sind Finalität, CAS-Rechtsmittel und die besondere Streitroute für nicht beteiligte Vereine getrennt zu prüfen.

Sichern Sie die Mitteilung über den finalen EPP und das Allocation Statement samt Datum. Prüfen Sie, ob Ihr Verein am EPP review process beteiligt war und ob eine finale FIFA-Entscheidung oder die besondere Anspruchsroute nach Art 18 Abs 2 der Regulations einschlägig ist.

04

Bei einer offenen Zahlung müssen Request to Pay, Client Portal, Frist und Kontodaten des Vereins zusammen betrachtet werden.

Ordnen Sie Request to Pay, Zahlungsnachweis, Bankdaten und jede Mitteilung des FIFA Clearing House. Prüfen Sie, ob EPP und Allocation Statement final und die beteiligten Parteien akkreditiert sind. Ein Zahlungsproblem ersetzt keinen Einwand gegen die zugrunde liegende Registrierungsinformation.

Was der elektronische Spielerpass abbildet

Der elektronische Spielerpass ist ein elektronisches Dokument mit zusammengeführten Registrierungsinformationen eines Spielers. Nach den FIFA Clearing House Regulations umfasst er unter anderem den zuständigen Mitgliedsverband, den Status als Amateur oder Profi, die Art der Registrierung und die Vereine samt Ausbildungskategorie, bei denen der Spieler seit dem Kalenderjahr seines zwölften Geburtstags registriert war.

Der EPP ist damit eine Grundlage für die Berechnung von Training Rewards. Er ersetzt keine eigenständige Prüfung des zugrunde liegenden Anspruchs. Die Registration Information muss vollständig, aktuell und verlässlich in den elektronischen Systemen der Mitgliedsverbände vorhanden sein. Der Verband trägt nach Art 4 Abs 8 der Regulations die Verantwortung für die Registrierungsinformation im finalen EPP.

Für einen Einwand ist die konkrete Abweichung entscheidend. Ein Verein sollte benennen, ob ein Zeitraum fehlt, ein Verein falsch zugeordnet ist, die Ausbildungskategorie nicht stimmt oder ein Status beziehungsweise eine Registrierungsart falsch eingetragen wurde. Eine allgemeine Erklärung, der EPP sei „unvollständig“, erschwert die Bearbeitung.

Vorläufiger EPP und zehntägige Einsicht

Sobald TMS einen Auslöser für Training Rewards erkennt, wird ein vorläufiger EPP erzeugt. Dieser steht den Mitgliedsverbänden und Vereinen zehn Tage lang zur Einsicht offen. Die Frist beginnt mit der Erzeugung des vorläufigen EPP. Sie ist daher anhand der TMS-Mitteilung und des angezeigten Datums zu dokumentieren.

Ein nicht angeführter Mitgliedsverband kann während dieser Einsicht verlangen, in den EPP review process einbezogen zu werden. Ein nicht angeführter Verein richtet sein Verlangen über den eigenen Mitgliedsverband und muss die einschlägigen Registrierungsinformationen angeben. Der Verband muss auf ein solches Ersuchen nach den Regulations nach Treu und Glauben reagieren.

Die Einsicht dient der frühen Korrektur. Der Verein sollte den fehlenden Zeitraum und die eigene Registrierung mit einem klaren Dokumentensatz belegen. Spielerpassdaten, Verbandsbestätigung, Transferunterlagen und Verträge sollten dieselben Zeiträume und dieselbe Identität des Spielers ausweisen. Abweichende Schreibweisen oder Vereinsfusionen gehören ausdrücklich erklärt.

EPP review process: Daten berichtigen und belegen

Nach der Einsicht kann das FIFA-Generalsekretariat den EPP review process in TMS eröffnen und die relevanten Mitgliedsverbände, Vereine, den neuen Verein und weitere als relevant angesehene Beteiligte einladen. Der review process dauert nach Art 9 Abs 2 grundsätzlich fünfzehn Tage. Das FIFA-Generalsekretariat kann die Dauer ausnahmsweise verlängern.

Mitgliedsverbände können Registrierungsinformationen prüfen und ihre Änderung beantragen. Der Antrag auf Änderung wird nach Art 9 Abs 4 in TMS durch den zuständigen Mitgliedsverband gestellt. Beizulegen sind insbesondere ein vom Mitgliedsverband ausgestellter Nachweis der Registrierung, ein relevanter International Transfer Certificate, falls vorhanden und ein relevanter Arbeitsvertrag, falls dieser für die Information Bedeutung hat.

Besondere Belege verlangt die Regelung für Ausbildungsentschädigung, einen Verzicht oder ein behauptetes Vertragsangebot. Ein früherer Verein kann ein erforderliches Vertragsangebot samt Verständigung nachweisen. Der neue Verein muss einen geltend gemachten Verzicht durch einen gültigen Nachweis stützen. Hält der Ausbildungsverein den Verzicht für unwirksam, kann er dies durch eine schriftliche Mitteilung in TMS bestreiten.

FIFA determination und Zahlungszuordnung

Nach Abschluss des EPP review process bewertet das FIFA-Generalsekretariat die Änderungsanträge. Ist ein Antrag unklar oder unvollständig, kann sie weitere Informationen innerhalb von fünf Tagen verlangen. Werden diese Informationen nicht fristgerecht geliefert, kann der Antrag unberücksichtigt bleiben. Diese kurze Nachfrist sollte deshalb nicht mit der Dauer des EPP review process verwechselt werden.

Bei rechtlich oder tatsächlich komplexen Fragen kann das FIFA-Generalsekretariat die Angelegenheit an die Dispute Resolution Chamber des Football Tribunal weiterleiten. Das Verfahren wird dann bis zur Entscheidung pausiert. Nach der Bewertung legt die FIFA fest, welche Registrierungsinformationen im finalen EPP stehen. Auf dieser Grundlage berechnet TMS das Allocation Statement mit den Beträgen für die Trainingsvereine.

Die Zahlungszuordnung hängt vom konkreten Auslöser ab. Bei Training Compensation wird das Allocation Statement nach dem finalen EPP erzeugt. Beim Solidarity Mechanism braucht es zusätzlich den Nachweis der jeweiligen Zahlung der Transferentschädigung. Im Jänner-2026-Regelwerk werden Ansprüche unter 100 Euro oder dem Gegenwert in einer anderen Währung als verworfen behandelt und nicht in ein Allocation Statement aufgenommen. Diese Schwelle ist von der Frage zu trennen, ob ein EPP-Datensatz richtig ist.

Finaler EPP, Finalität und mögliche Rechtsmittel

Die Mitteilung des finalen EPP und des Allocation Statement gilt nach Art 10 Abs 5 als finale Entscheidung des FIFA-Generalsekretariats. Gegen eine solche finale Entscheidung kann nach den Regulations ein Rechtsmittel an den Court of Arbitration for Sport, kurz CAS, nach Maßgabe der FIFA-Statuten offenstehen. Die konkrete Frist und die Anforderungen an die Einbringung müssen anhand der Mitteilung und der geltenden Statuten geprüft werden.

Wird nicht rechtzeitig Rechtsmittel erhoben, werden EPP und Allocation Statement final und bindend. Ein gültiges und fristgerechtes Rechtsmittel an den CAS hemmt die Rechtswirkungen des EPP und des zugehörigen Allocation Statement für die Dauer des CAS-Verfahrens. Eine bloße Unzufriedenheit mit dem Betrag ersetzt daher weder eine fristgerechte Anfechtung noch einen konkreten Datenantrag.

Art 18 Abs 2 enthält außerdem eine besondere Anspruchsroute für einen Verein, der am relevanten EPP review process nicht teilgenommen hat. Dieser Verein muss unter anderem wegen eines Bridge Transfer, eines Spielertauschs oder von Informationen des neuen Vereins beziehungsweise des Mitgliedsverbands der Ansicht sein, zu Unrecht keine oder eine zu geringe Training Reward erhalten zu haben oder dass ein EPP review process hätte stattfinden müssen. Die Dispute Resolution Chamber entscheidet über die Klage gegen die relevanten Vereine nach Art 27 der Procedural Rules.

Request to Pay, Zahlung und Verteilung an Vereine

Sind der neue Verein und die Ausbildungsvereine akkreditiert und sind EPP sowie Allocation Statement final und bindend, stellt das FIFA Clearing House dem neuen Verein einen Request to Pay über den Gesamtbetrag aus. Der Request to Pay steht im Client Portal bereit. Eine Benachrichtigung per E-Mail an die hinterlegte Adresse kann ebenfalls fristauslösend sein. Der Verein muss seine Kontaktdaten im TMS und im Client Portal aktuell halten.

Der neue Verein muss den angeforderten Betrag innerhalb von dreißig Tagen an das FIFA Clearing House zahlen. Der Betrag muss vollständig eingehen, einschließlich allfälliger Bankspesen. Die Zahlung muss von einem Bankkonto im Namen des Vereins erfolgen. Bei verspäteter oder unvollständiger Zahlung fällt nach Art 13 Abs 4 eine Verwaltungsumlage von 2,5 Prozent an. Danach verbleiben weitere sieben Tage für die vollständige Zahlung einschließlich dieser Umlage.

Nach Eingang der Zahlung erstellt das FIFA Clearing House ein Distribution Statement. Es zeigt Zweck und Quelle der Zahlungen und wird den Trainingsvereinen übermittelt beziehungsweise im Client Portal bereitgestellt. Die Auszahlung erfolgt auf das Bankkonto, das im Namen des jeweiligen Trainingsvereins registriert ist. Ein Einwand gegen den EPP und die technische Abwicklung dieser Auszahlung müssen deshalb in getrennten Schreiben und mit getrennten Belegen nachvollziehbar bleiben.

Unterlagen und typische Fehler beim Einwand

Die falsche Stelle anschreiben: Ein Verein kann seinen Änderungsantrag im EPP review process nicht durch eine allgemeine Nachricht an den neuen Verein ersetzen. Die Änderung der Registrierungsinformation wird nach Art 9 Abs 4 durch den zuständigen Mitgliedsverband in TMS eingebracht.

Nur den Betrag bestreiten: Ein abweichender Betrag erklärt noch nicht, ob ein Registrierungszeitraum, die Training Reward oder ein Zahlungsnachweis falsch ist. Zuerst sollten EPP, Allocation Statement und die zugrunde liegenden Daten nebeneinander gelesen werden.

Fristen vermischen: Die zehn Tage für die Einsicht, die fünfzehn Tage des review process, eine mögliche Fünf-Tage-Nachforderung und die Frist für CAS-Rechtsmittel haben unterschiedliche Anknüpfungspunkte. Maßgeblich sind die konkrete Mitteilung und der jeweilige Verfahrensschritt.

Unvollständige Belege einreichen: Ein Verbandsnachweis, ein relevanter International Transfer Certificate und ein Arbeitsvertrag belegen unterschiedliche Tatsachen. Der Antrag sollte für jeden behaupteten Zeitraum erklären, welches Dokument welche Information bestätigt.

Spieler und Verein vermischen: Der EPP betrifft die Registrierungsbiografie und die Zuordnung von Training Rewards zwischen Vereinen. Der persönliche Spielervertrag kann für die Rekonstruktion wichtig sein, macht den Spieler aber nicht automatisch zum Zahlungsempfänger oder Zahlungsschuldner.

Häufige Fragen zum Clearing House

Kann ein Verein einen fehlenden Zeitraum im EPP selbst ändern?
Die Registrierungsinformation wird durch den zuständigen Mitgliedsverband in TMS berichtigt oder zur Änderung beantragt. Der Verein sollte den Verband während der Einsicht oder des EPP review process mit konkreten Belegen befassen.

Wie lange kann ein vorläufiger EPP eingesehen werden?
Die FIFA Clearing House Regulations sehen für den vorläufigen EPP eine Einsicht von zehn Tagen ab seiner Erzeugung vor. Das angezeigte Datum und die Mitteilung im TMS sollten gesichert werden.

Ist ein Allocation Statement schon die Auszahlung?
Nein. Das Allocation Statement weist die Beträge und die beteiligten Parteien zu. Danach folgen unter anderem Compliance Assessment, Request to Pay, Zahlung des neuen Vereins und Distribution Statement.

Was passiert bei einer falschen Zahlungszuordnung?
Die zugrunde liegenden Registrierungs- und Anspruchsdaten müssen mit EPP, Allocation Statement und den Belegen verglichen werden. Je nach Verfahrensstand kommt eine Änderung im EPP review process oder ein Rechtsmittel gegen die finale Entscheidung in Betracht.

Kann ein Verein nach Abschluss des EPP noch vorgehen?
Das hängt von der Beteiligung am EPP review process, dem Grund der behaupteten Fehlzuordnung und dem Stand der finalen Entscheidung ab. Für einen nicht beteiligten Verein kann Art 18 Abs 2 eine besondere Anspruchsroute eröffnen. Die Voraussetzungen müssen im Einzelnen belegt werden.

Die nächsten Schritte für Verein und Verband

Sichern Sie zuerst die Mitteilung zum vorläufigen oder finalen EPP, das Allocation Statement, den Request to Pay und jede Nachricht aus TMS oder dem Client Portal. Erstellen Sie danach eine Chronologie aller Registrierungen ab dem Kalenderjahr des zwölften Geburtstags. Jeder Eintrag sollte Verein, Mitgliedsverband, Status, Registrierungsart und Zeitraum enthalten.

Ordnen Sie jedem strittigen Punkt den passenden Beleg zu. Für Registrierungen kommen Verbandsbestätigungen und Spielerpassdaten in Betracht. Für die Anspruchsprüfung können International Transfer Certificates, Arbeitsverträge, Vertragsangebote, Verzichtserklärungen und Zahlungsnachweise relevant sein. Wenn eine FIFA-Nachforderung eingeht, sollte die Antwort die verlangte Information innerhalb der mitgeteilten Frist erreichen.

Für eine konkrete Prüfung können Sie den Sachverhalt über die Kontaktseite schildern. Die Seite zu Transfer und Vereinswechsel ordnet die weiteren Registrierungsschritte ein. Bei Streit über die Zuständigkeit oder ein mögliches Rechtsmittel hilft außerdem der Beitrag zum Gerichtsstand bei grenzüberschreitenden Spielerverträgen. Neue Beiträge und rechtliche Hinweise der Kanzlei erhalten Sie mit BRANDaktuellen Rechtsnews. Rechtsnews abonnieren.

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